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Bewegung - ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung

Kinder sollen täglich ins Schwitzen kommen

Der Alltag unserer Kinder - auch schon der unserer Kleinen im Kindergartenalter - ist immer stärker geprägt durch sitzende Tätigkeiten. Wir neigen immer häufiger dazu, unsere Kinder zu bewegen, anstatt sie anzuleiten, sich selbst zu bewegen. Sie werden oft transportiert (im Auto, auf dem Fahrradsitz oder im Fahrradanhänger), statt sie mit dem Bobby-Car oder einem Roller selbst tätig werden zu lassen. Ohne Zweifel geht es schneller, wenn wir unsere Kinder "einpacken" und von a nach b transportieren. Aber diese Zeitersparnis rächt sich direkt an unseren Kindern, denn sie gewöhnen sich äußerst schnell an ein aktives oder im schlechteren Fall an ein phlegmatisches Leben.

 

Daher ist der Blick für Familien, aber auch für Kindertageseinrichtungen auf die tägliche Bewegungszeit der Kinder sehr wichtig.

 

Als Faustregel gilt: Täglich mindestens eine Stunde im Freien toben oder körperlich so aktiv sein, so dass sich das Herz-Kreislaufsystem aktiviert, die Kinder außer Atem kommen und schwitzen.

Möglichkeiten zur Bewegungssteigerung im Alltag

Kinder haben Spaß an der Bewegung

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Sie den Alltag Ihrer Kinder bewegter gestalten können. Schicken Sie Ihre Kinder nach draußen, wann immer es Ihnen Zeit und äußere Umstände erlauben. Die Kleinen toben an der frischen Luft automatisch mehr. Erkunden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Spielplätze Ihrer Umgebung und sehen Sie sich bei schlechtem Wetter auch mal In-door-Spielplätze an, statt die Kinder vor dem Fernseher "zu parken".

Was halten Sie von sonntäglichen Ausflügen wie Wandern, Schwimmen gehen, auf einen naheliegenden Berg gehen und als Belohnung mit der Sommerrodelbahn wieder nach unten rauschen? Das macht allen Familienmitgliedern Spaß! Oder laufen Sie doch einmal gemeinsam durch ein Maisfeld-Labyrinth!

 

Eine andere Idee wäre, das Tiger-Rennen aus dem Kindergarten ein wenig zu verändern und zuhause "bewegt" durchzuführen! Sie können jedem Familienmitglied einen Schrittzähler (Accelerometer, Pedometer) kaufen. Diese gibt es mittlerweile schon relativ günstig im Fachhandel zu erwerben. Starten Sie einen Wettbewerb, wer am Wochenende am meisten Schritte gelaufen ist. Der Gewinner kann sich dann den nächsten Ausflug aussuchen (aber bitte nicht in die Eisdiele um die Ecke)!

 

Für jene Mütter, die es aufgrund kürzerer Fahrtwege und ausreichend Zeit ermöglichen können, die Kinder nicht mit dem Auto oder auf dem Fahrradsitz in die KiTa zu bringen, stehen einige Aktivitäten zur Verfügung. Wie wäre es mit dem Bobby-Car, dem Kinderfahrrad, dem Laufrad, einem Roller oder auch zu Fuß? Wir würden uns wünschen, dass der zukünftige Parkplatz vor Kindergärten folgendermaßen aussähe....

 

Bewegung wird im Alltag oft eingeschränkt

 

Eine in dem amerikanischen Pediatrics Society Journal veröffentlichte aktuelle Studie zeigt auf, dass vor allem 3 Barrieren für Vorschulkinder existieren, die eine ausgewogene körperliche Aktivität verhindern:

 

(1) Ängste (der ErzieherInnen) vor Verletzungen

(2) Finanzielle Einschränkungen der Einrichtungen und der Eltern

(3) Fokussierung auf bildungsrelevante Förderung der Kinder

 

Zum einem sind heutige Spielplätze durch striktere Sicherheitsvorgaben wenig herausfordernd, bzw. abenteuerlich und daher für Kinder von geringerem Interesse (z. B. sind Spielgeräte sicherer, aber wenig anspruchsvoll konzipiert, wodurch zwar die Verletzungsgefahr, aber auch der körperliche Einsatz der Kinder auf diesen Spielplätzen gesenkt wird). Auch die Ängste der Eltern vor Verletzungen auf Spielplätzen schränken die körperliche Aktivität der Kinder ein.

Hinzu kommt, dass Erzieherinnen von den Eltern angehalten werden, Verletzungsgefahren zu minimieren, was nicht selten dazu führt, dass die Kinder auf diese Weise weniger der für ihre Entwicklung so wichtigen/bedeutsamen Spielplatzaufenthalte erfahren dürfen.

Ein weiterer Punkt ist, dass kleinere Einrichtungen oft kein Budget für anspruchsvolle Spielgeräte haben und auch keinen schnellen/einfachen Zugang zu größeren, begrünten Außenflächen. Auch Eltern, die mehr als einer Tätigkeit nachgehen, hatten oft kein Budget für Sportkurse der Kinder außerhalb der Einrichtung beziehungsweise keine Zeit, ihren Kindern diese Kurse außerhalb der Betreuungszeiten zu ermöglichen.

 

Die Einrichtungen verspüren außerdem einen steigenden Druck seitens staatlicher Bildungsbehörden und auch Eltern, „motorikfördernde“ Spiele einzuschränken und sich stattdessen auf die kognitive Entwicklung zu fokussieren. Da Kinder in der heutigen Zeit viele Stunden täglich in Einrichtungen verbringen und oftmals auch Zuhause keine ausgleichenden Außenbereiche zum Spielen und Toben in der Nähe des Wohnortes haben, können die oben aufgeführten Barrieren ihre Möglichkeiten zu körperlicher Betätigung unnötig einschränken.

 

Fazit: Gesellschaftliche Prioritäten für Vorschulkinder, nämlich Sicherheit und Schulreife - können eine physische Entwicklung des Kindes behindern.

 

Daher sollten wir wieder zu einer lebensfreundlichen Umwelt für Kinder zurückkehren, welche die motorische Entwicklung der Kinder fördert, sie spielerisch draußen Neues entdecken lässt, an unbegradigten Flussufern entlang spazieren und dabei über Baumwurzeln balancieren lässt und auf diese und Weise die kindliche Entwicklung fördert, statt sie zu hemmen.

http://www.healthychildren.org/English/news/Pages/Study-Explores-Why-Kids-in-Child-Care-Are-Not-Physically-Active.aspx

 

 

Empfehlenswerte Sportarten für Kinder

Kinder benötigen nicht viel, um sich für Bewegung zu begeistern, deshalb an dieser Stelle ein paar Tipps für zuhause:

 

  • Sportliche Hilfsmittel wie Hüpfpferd, Schwungtuch, Rhythmiktücher, Bogenroller, Rollbrett, Springseil, Balance-Scheiben mit Labyrinth, Pedalo etc. regen Kinder im Kindergartenalter an, sich mit dem Sportgerät zu beschäftigen und sich verstärkt zu bewegen.
  • Selbst kleine Kinder- oder Wohnzimmer können bewegungsfreundlich mit Wohnwürfel, Kriechtunnel, Bällebad (Ballhaus), Trampolin etc. ausgestattet werden, um die Kinder indirekt zur Bewegung aufzufordern.
  • Als kleine und größere Sportgeräte für drinnen und draußen eignen sich beispielsweise Hüpfgummi, Diabolo, Hamsterrolle, "River Stones" zum Balancieren, Hüpfsack usw.
  • Kindergartenkinder können sich mit Hilfe von Laufrad, Fahrrad, Roller oder Bobbycar mit Freude schnell vorwärts bewegen.

 

Für unsere Kleinen ist es sehr wichtig, dass auch die Eltern mitspielen und sich mit sichtlich Spaß an der Sache bewegen, dann ahmen sie deren Bewegungen nach und empfinden die gleiche Freude dabei.

 

Lassen Sie sich von der Tabelle inspirieren. Vielleicht finden Sie eine Sportart, die dem Alter Ihres Kindes entsprechend möglich ist und Ihrem Kind Spaß bereiten könnte. Achten Sie auch außerhalb fester Sportmöglichkeiten auf eine gesteigerte Bewegung Ihrer Kinder.

Empfehlenswerte
Sportarten für Kinder
Empfehlenswerte Sportarten für Kinder
ab welchem Alter geeignet
Sportart
besonders trainiert werden
unter 3 Jahre
Eltern-Kind-Turnen Kondition, Koordination, Wahrnehmung, Kreativität
Schwimmen (unter Aufsicht) Koordination, Kondition, Herz-Kreislauf-Lunge
3 bis 4 Jahre
Laufrad fahren Ausdauer, Kraft, Koordination
Ski alpin Beinmuskulatur, Rumpf, Koordination
Taekwondo Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Selbstverteidigung
Ballett Kraft, Koordination, Raumgefühl, Gehörbildung, Rhythmik
4 bis 6 Jahre
Inlineskating Rumpfmuskulatur, Beinmuskulatur, Ausdauer
Federball spielen Koordination, Ballgefühl, räumliches Sehen, Ausdauer
Judo Koordination
Fußball Beinmuskulatur, Kondition, Reaktion, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit
Geräteturnen Muskulatur des gesamten Körpers, aktive Dehnung, Koordination
Leichtathletik alle Bewegungsformen, Koordination, Motorik, Rhythmus
Rhythmische Sportgymnastik Kondition, Koordination, Rhythmusgefühl und vertieftes Musikverständnis
6 bis 8 Jahre
Tischtennis strategisches Denken, Schnelligkeit, Wahrnehmung
Handball Koordination, Kraft, Kondition, räumliches Sehvermögen
Reiten Bewegungsapparat insgesamt, alle Muskeln (besonders Rücken) und Sinne
Rodeln Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination
Trampolinturnen Sprungkraft, Koordination und Kondition
Quelle: Broschüre "Anstoß", wdv