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Ernährung

Die Tigerpyramide zeigt anschaulich, aus welchen Lebensmittelgruppen sich eine ausgewogene Ernährung zusammensetzt und in welchen Mengen sie verzehrt werden sollten. Sie basiert auf den Empfehlungen des Bundeszentrums für Ernährung sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und des Forschungsinstituts für Kinderernährung.
 
Eine Besonderheit: Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen werden im grünen Bereich eingeordnet. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und Eisen – und können daher regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Tipps

Sieben Tipps, wie Sie mit geringem Aufwand viel Einfluss auf die Ernährung eines Kindes nehmen können:


5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag

5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag

Essen Sie 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse pro Tag (Five a Day). Eine Kinderhand entspricht dabei einer Portion.

Reduzieren Sie Zucker und Fett

Reduzieren Sie Zucker und Fett

Achten Sie neben den offensichtlichen Quellen auch auf die Versteckten. Bieten Sie Kindern kalorienarme Getränke (ungesüßten Tee, Wasser) an.

Nehmen Sie feste Mahlzeiten am Tisch ein

Nehmen Sie feste Mahlzeiten am Tisch ein

Durch Struktur kehrt Ruhe ein und Essen "nebenbei" wird vermieden.

Bereiten Sie Speisen selbst zu

Bereiten Sie Speisen selbst zu

So wissen Sie genau, welche Zutaten sich darin befinden und vermeiden versteckte Fette, Zucker und Zusatzstoffe. Plus – in der Regel ist es günstiger!

Bereiten Sie kindgerechte Portionen vor

Bereiten Sie kindgerechte Portionen vor

Lassen Sie sich vom teils schnellen Wachstum der Kinder dabei nicht irren.

Bereiten Sie kindgerechte Portionen vor

Gewöhnen Sie Kinder schrittweise an Vollkornprodukte

Mischen Sie anfangs Vollkornnudeln oder -reis mit hellen Varianten, damit sich Kinder langsam an den Geschmack gewöhnen.

Bereiten Sie kindgerechte Portionen vor

Stellen Sie gesundes Angebot jederzeit bereit

Stellen Sie Wasser sowie Obst und Gemüse leicht zugänglich bereit, sodass Kinder jederzeit darauf zugreifen können.

Jetzt konkret: Gesunde Ernährung im Alltag

Bei der Ernährungserziehung steht die Anleitung der Kinder zu eigenständigem Handeln im Mittelpunkt. Indem Sie ihnen schrittweise Verantwortung übertragen, lernen Kinder, ihre Ernährung zunehmend selbstständig und gesundheitsbewusst zu gestalten.
Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie beobachten ihr Umfeld genau und orientieren sich stark am Verhalten ihrer Bezugspersonen. Damit kommt Ihnen eine wichtige Vorbildfunktion zu – insbesondere im Bereich der Ernährung.

Wichtige Aspekte der Ernährungserziehung
Eine positive Haltung gegenüber gesunder Ernährung ist die Grundlage dafür, dass auch Kinder eine solche entwickeln.

  • Unterstützen Sie bei den Kindern das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl
    Vermeiden Sie Aussagen wie „Iss deinen Teller leer“, da sie das Gefühl für angemessene Portionsgrößen beeinträchtigen können. 

  • Trennen Sie Zuwendung und Essen
    Kinder lernen früh, Essen mit Zuwendung zu verknüpfen. Achten Sie darauf, Zuwendung nicht ausschließlich über Nahrung zu geben, da dies zu Fehlernährung beitragen kann.

  • Schaffen Sie eine angenehme Essatmosphäre
    Vermeiden Sie Druck oder Zwang beim Essen, um eine Übertragung negativer Gefühle auf das Essen zu verhindern. Eine positive Stimmung unterstützt ein gesundes Essverhalten.

  • Fördern Sie Selbstständigkeit
    Sobald Kinder selbst essen können, sollten sie dies auch tun. Beziehen Sie sie altersgerecht in die Zubereitung ein oder lassen Sie sie dabei zusehen.

  • Geben Sie Raum für Vorlieben
    Geschmack entwickelt sich. Bieten Sie auch zunächst abgelehnte Lebensmittel wiederholt an.

  • Arbeiten Sie gemeinsam
    Stimmen Sie sich als Eltern bzw. als pädagogische Fachkraft untereinander über Regeln und Gewohnheiten ab, um einheitliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

  • Erweitern Sie den Horizont
    Beziehen Sie unterschiedliche kulturelle Essgewohnheiten ein und machen Sie Ernährung so vielfältig und spannend.

  • Etablieren Sie feste Routinen
    Klare Strukturen wie feste Essenszeiten, gemeinsame Rituale oder das Einbeziehen der Kinder beim Tischdecken und Abräumen geben Orientierung.
Sie können sich an folgenden Bausteinen für die Pausenbox orientieren:

Eine Eiweißkomponente: Das kann Käse, Schinken, ein Joghurt oder Quark sein. Wenn Ihr Kind schon älter ist, können auch Nüsse und Kerne zur Eiweißversorgung beitragen. Bieten Sie allerdings erst ab ca. 3-4 Jahren an, da vorher die Gefahr besteht, dass sich Ihr Kind verschluckt. Alternativ wäre Nussmus möglich.

Eine Kohlenhydratkomponente: Hierzu zählen Brot, Brötchen oder auch Wraps, alles am besten aus Vollkorn.

Obst und Gemüse: Bitte packen Sie täglich Obst und/oder Gemüse in die Box Ihres Kindes. Die Portion kann Ihr Kind durch sein Handmaß selbst ermitteln. So kann es auch mal Gemüsesticks mit Kräuterquark geben.
In den Supermärkten findet sich ein ganzjähriges Angebot an nahezu allen Obst- und Gemüsesorten. Damit aber möglichst wenig Nährstoffverlust durch Transport und Lagerung auftritt, ist es günstiger, die Nahrungsmittel nach den Gesichtspunkten Saisonalität und Regionalität auszuwählen. Bereiten Sie die Mahlzeiten, soweit möglich, frisch zu und verzichten Sie auf Fertigprodukte, denn diese enthalten meist zu viel Fett, zu viel Salz und Zucker.

Essen Sie vielseitig und abwechslungsreich, dann sind Sie und Kind gut mit Nährstoffen versorgt.
Eine kleine Orientierungshilfe: Essen Sie bunt wie ein Regenbogen.


  • Richten Sie kindgerechte Portionen auf einem Teller schön an.
    Stellen Sie sich vor, Sie müssten in einen Fußball beißen. Das würde Ihnen auch nicht gefallen. Er entspricht aber der Relation eines Apfels und einem kleinen Kindermund.

  • Bieten Sie dem Kind Obst und Gemüse immer wieder an.
    Stellen Sie z. B. am Nach- oder Vormittag einen Obstteller mit klein geschnittenem Obst hin, am Abend kann es zu belegten Broten einen Rohkostteller geben.

  • Bieten Sie zunächst abgelehnte Lebensmittel wiederholt an.
    Kinder essen Lebensmittel nicht, weil sie ihnen schmecken, sondern sie schmecken ihnen, weil sie sie immer wieder essen.

  • Eine andere Möglichkeit ist, Obst- und Gemüsesäfte anzubieten, die - am attraktivsten für die Kinder - selbst geschält und gepresst werden. Dazu eignen sich hervorragend: Orangen, Äpfel oder Karotten. Am Anfang ist das für Sie noch keine Zeitersparnis, wenn Sie den Kindern das Schälen von Karotten beibringen müssen. Aber mit der Zeit bekommen die Kinder Übung darin. Sie erfahren, dass Kochen Mühe macht und Essen ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsförderung ist.

  • Zeigen Sie dem Kind, was Pommes eigentlich sind und machen Sie gemeinsam selbst frische Ofenpommes. Lassen Sie die Kinder so oft wie möglich beim Zubereiten der Mahlzeiten mithelfen, so kann es viel besser die einzelnen Lebensmittel kennenlernen.

  • Vielleicht bedeutet ein „Das schmeckt mir nicht“ Ihres Kindes auch etwas anderes. Vielleicht heißt es einfach nur:
    • Das Essen sieht seltsam aus.
    • Das Essen riecht ungewohnt.
    • Die Geschmacksrichtung ist noch nicht bekannt.
    • Das Essen fühlt sich anders an, als das bisher Gesehene.
    • Das Kind hat gerade keinen Hunger.

  • Fragen Sie beim Kind nach und lassen Sie sich genauer beschreiben, was es meint.
Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten (morgens, mittags, abends), wenn möglich nehmen Sie diese zusammen in der Familie ein.

Wenn das Kind zwischendurch Hunger hat, kann es eine Zwischenmahlzeit bekommen, geben Sie dem Kind aber nicht ständig etwas zu essen. Wichtig ist, dass Ihr Kind sein natürliches Sättigungsgefühl behält. Günstig ist es, wenn das Kind ca. eine Stunde vor dem Mittag- und Abendessen keine Snacks oder Süßigkeiten mehr verzehrt. Unbedingt auch das Trinken nicht vergessen.


Sie können folgende Anregungen berücksichtigen:
 
  • Fettarme Milch (1,5 Prozent) statt Vollmilch (3,5 Prozent)
  • Fettarmer Joghurt (1,5 Prozent) statt Saure Sahne oder Mayonnaise
  • Marmelade oder Honig statt Nuss-Nougat-Creme
  • Putenschinken oder Corned Beef statt Leberwurst und Salami
  • Bockwurst statt Bratwurst
  • Sichtbares Fett beim Fleisch wegschneiden
  • Sauce und Suppen mit Milch statt mit Sahne
  • Backofen-Pommes oder Salzkartoffeln statt Pommes frites
  • Spaghetti mit Tomatensoße statt mit Sahnesoße
  • Gummibärchen statt Schokolade
  • Götterspeise (Wackelpudding) statt Sahnepudding
  • Fruchteis (fettfrei) statt Eiscreme (enthält Sahne)
  • Keine Fertiggerichte und Fast Food
  • Achten Sie auf versteckten Zucker, wie beispielsweise in Fruchtjoghurt, Müslimischungen und Tomatenketchup. Lesen Sie die Nährwertliste der Lebensmittel, hier ist der Zuckergehalt aufgeführt. Wenn Sie diesen durch 3 teilen, wissen Sie, wie viele Stück Würfelzucker das Produkt enthält.

Quellen: